Leev
Apfelsaft
Auf einen Blick
Details:
Produktionsschritte
Step 2: Lagerung, Sortierung & Transport
Step 3: Extraktion & Filterung
Step 4: Abfüllung & Transport

Step 5: Lagerung & Vertrieb
Step 1: Apfelkultivierung & Ernte
Elbe Obst
Leev bezieht die Äpfel für ihre Apfelsaftproduktion von der Elbe Obst Vertriebsgesellschaft mbH. Die Elbe Obst vereint etwa 350 Obstbauern aus dem Alten Land in einer Erzeugerorganisation r.V.. Der Verbund bewirtschaftet eine Anbaufläche von etwa 5.200 ha - davon sind 900 ha Bio. Jährlich verarbeitet die Elbe-Obst ca. 180.000 t Obst.
Apfelkultivierung
Die Erzeugerbetriebe von Elbe-Obst kümmern sich ganzjährig um die Kultivierung von Äpfeln und zu einem geringen Teil auch andere Früchte (bspw. Süßkirschen, Birnen, Beeren und Pflaumen). Die jährlichen Pflegeaktivitäten können in die folgenden Kategorien eingeteilt werden: Baumpflege, Blüte, Frost- und Pflanzenschutz.
Ernte
Die Ernte beginnt je nach Sorte zwischen Juli und September und dauert bis November an. Vor Beginn der Ernte werden meist Stärke-, Zucker- oder Geschmackstests durchgeführt, um den Reifegrad der klimakterischen Früchte zu bestimmten. Die Ernte erfolgt per Hand. Es werden lediglich Erntebühnen benutzt, um alle Äpfel an den Bäumen zu erreichen. Die Äpfel werden direkt nach der Ernte bei der Elbe-Obst oder in den Lägern der Erzeuger eingelagert.
Details
Zeitrahmen: Tag 1-14
Maschinen / Werkzeuge: Erntebühnen, Erntekisten, Erntemesser, Traktor
Materialeinsatz: Dünger, Gas (Anlagen & Maschinen), Pflanzenschutzmittel, Strom (Anlagen & Maschinen), Wasser
Standorte: Produktionsstandort 2 – Elbe Obst Erzeuger, Altes Land; Produktionsstandort 3 – Elbe Obst Sortieranlage & Lagerung, Altes Land
Abfall: Verschnitt, Verfaulte Äpfel, Kranke Bäume
Bei den Erzeugerbetrieben der Elbe-Obst werden jährlich neue Apfelbäume gepflanzt. Die Pflanzungen müssen weit im Voraus geplant werden weil die Bäume bei Baumschulen bestellt werden müssen und können entweder im Frühjahr oder Herbst durchgeführt werden. Bei der Pflanzung ist es wichtig das Befruchterbäume (bspw. Zierapfel) in der Nähe gepflanzt werden, sodass die Blüten bestäubt werden.
Die Bäume werden zweimal im Jahr per Hand oder Maschine beschnitten, um krankes oder altes Holz zu entfernen und um die Form der Bäume möglichst schmal zu halten. Im Sommer wird zudem darauf geachtet die Bäume so zu schneiden, dass die Früchte ausreichend Sonne bekommen. Die Bäume werden zudem regelmäßig auf Krankheiten (bspw. Krebs) untersucht.
Die Ausbringung von Pflanzenschutz findet hauptsächlich vor der Obstblüte im Frühjahr statt. Die Bäume werden so vor Krankheiten und Schädlingen geschützt.
In den Monaten April und Mai öffnen sich die Apfelblüten. Zur Bestäubung ist es wichtig, dass verschiedene Sorten auf einer Fläche stehen. Manche Erzeuger des Elbe Obst Verbunds stellen zur Blütezeit Bienen- oder Hummelkästen an ihre Apfelfelder.
Für den Frostschutz im Winter werden die Bäume mit Hilfe von Beregnungsanlagen beregnet. Durch das Gefrieren des Wassers entsteht eine Erstarrungswärme, die die Blüte vor dem Erfrieren schützt.
Die Erntesaison beginnt abhängig von den jeweiligen Sorten zwischen Juli und September und geht bis November. Zur Erntesaison kommen viele Saisonarbeiter aus Rumänien und Polen, um alle Äpfel in einem vertretbaren Zeitraum ernten zu können.
Die Äpfel werden direkt nach der Ernte zu Elbe Obst transportiert und dort eingelagert oder vorübergehend in den Lagern der Erzeugerbetriebe.
Der Boskoop (rot) ist zufällig um 1860 in den Niederlanden entdeckt worden. Sein säuerlich, kräftiges, fruchtig-erfrischendes, würziges und festes Fruchtfleisch wird in der Mosterei in Aurich zu herbem Apfelsaft weiterverarbeitet.
Der Elstar Apfel ist eine Kreuzung aus Golden Delicious und Ingrid Marie. Er wurde 1955 in den Niederlanden gezüchtet und ist seit 1972 in Westeuropa weit verbreitet. Das mild-süße Geschmacksprofil des Apfels bleibt auch nach der Extraktion zu Apfelsaft erhalten.
Der eher saure Apfel wurde um 1920 in Schleswig-Holstein zufällig entdeckt. Der feste und saftige Apfel wird zu würzig-fruchtigem Apfelsaft weiterverarbeitet.
Der in Deutschland am meisten angebaute Apfel wurde 1943 aus den Sorten Golden Delicious und Jonathan in den USA gekreuzt. Sein süßlich-feinsäuerliches Geschmacksprofil ist auch in dem produzierten Apfelsaft wiederzufinden.
Der eher saure Apfel wurde in Wageningen (NL) aus einer niederländischen Auswahl und Elise kreiert. Der intensive, eher säuerliche Geschmack kommt nach der Extraktion immer noch gut zur Geltung.
Step 2: Lagerung, Sortierung & Transport
Sortierung
Nach der Ernte werden die Äpfel gekühlt eingelagert oder direkt von der Ernte zur Sortierung befördert. Es handelt sich bei der Sortierung um eine Wasser-Sortierung. Die Großkisten werden schonend im Wasserbad entleert und mit Hilfe des Wassers zur Handverlesung transportiert. Hier werden die Äpfel von vier Mitarbeitern optisch auf Fäulnis kontrolliert. Zudem werden Äste und Blätter entfernt. Die Äpfel werden dann in das nächste Wasserbecken befördert. In diesem befindet sich ausschließlich gefiltertes, sauberes Wasser. Die Äpfel werden über das zweite Wasserbecken zur maschinellen fotooptischen Sortierung (Größe, Farbe, Gewicht) befördert. In einer weiteren Sortierung wird die innere Qualität (Dichte etc.) kontrolliert. Je nach Ergebnis werden die Äpfel dann zu den vorgesehenen Wasserkanälen transportiert. Alle Äpfel die laut der Vermarktungsnorm der EU (EU 543/2011 der Kommission vom 7. Juni 2011) nicht als Klasse Extra, 1 oder 2 gelten, werden aussortiert und in separate Kisten geführt. Diese Äpfel (auch Mostäpfel) werden von Leev gekauft, um daraus bei der Mosterei in Aurich die verschiedenen Apfelsäfte zu produzieren. Bis zum Transport zur Mosterei werden die Äpfel bis zu 14 Tage - im Normalfall vier bis sieben Tage - gekühlt gelagert.
Transport
Die Äpfel werden dann per LKW mit Mulde (ca. 25 t Äpfel) zur Mosterei in Aurich transportiert. Dort werden die Äpfel direkt nach der Ankunft weiterverarbeitet.
Details
# Arbeiter: -
Zeitrahmen: Tag 1-14
Standorte: Produktionsstandort 2 – Elbe Obst Erzeuger, Altes Land; Produktionsstandort 3 – Elbe Obst Sortieranlage & Lagerung, Altes Land
Maschinen / Werkzeuge: Erntekisten, Gabelstapler, Sortieranlage,
Materialeinsatz: Gas (Maschinen & Anlagen), Strom (Maschinen und Anlagen), Wasser
Abfall: Verschnitt, Verfaulte / befallene Äpfel
Bei Elbe Obst gibt es neben der gekühlten Lagerung die Möglichkeit Äpfel in deren CA-/ULO-Lägern einzulagern. In diesen besonderen Lagerräumen wird der Sauerstoffgehalt (O2) von 20,9 auf 1,3 bis 1,5 Volumenprozent gesenkt. Die Kohlenstoffdioxidkonzentration (CO2) steigt von 0,03 auf 0,8 bis 3,5 Volumenprozent. Diese Art der Lagerung verlangsamt die Atmung der Äpfel - entsprechend können die Äpfel so je nach Sorte bis zu einem Jahr gelagert werden, ohne dass es große Einbußen bei Qualität oder Geschmack gibt.
Die Äpfel werden aus dem Lager oder direkt von der Ernte in Erntekisten (ca. 350 kg Äpfel pro Kiste) zur Sortierlinie transportiert. Die Erntekisten werden dann in einem Wasserbad getaucht (Leitungswasser).
Mit Hilfe des Wassers werden die Äpfel schonend zur ersten Sortierstation transportiert.
Die Äpfel werden von 4 Mitarbeitern optisch überprüft. Äste, Blätter und verfaulte Äpfel werden händisch aussortiert. Die Äpfel werden dann auf einem Förderband zum nächsten Wasserbecken befördert, welches mit gefiltertem und sauberem Wasser befüllt ist.
Nach dem zweiten Wasserbecken wird zuerst die äußere Qualität (Farbe, Größe, Gewicht) der Äpfel maschinell überprüft. Anschließend wird die innere Qualität der Äpfel mittels Lichtstrahltechnik untersucht. Äpfel, die laut der EU-Vermarktungsnorm nicht der Klassen Extra, 1 oder 2 entsprechen, werden aussortiert und in separate Kisten geführt. Diese Äpfel werden von Leev gekauft und von der Mosterei in Aurich zu Apfelsaft weiterverarbeitet.
Die Mostäpfel werden bis zum Transport zur Mosterei je nach Kapazität draußen oder in den Kühlhäusern von Elbe Obst gelagert. Die Äpfel werden bis zu sieben Tage bei Elbe Obst gelagert, bevor sie zur Mosterei transportiert werden.
Step 3: Extraktion & Filterung
Warenannahme
Sobald die Äpfel bei der Mosterei in Aurich angekommen sind, beginnt der Extraktionsprozess. Die Äpfel werden zunächst in das Apfeltiefsilo geladen und dann mit Hilfe von Wasser über verschiedene Wasserkreisläufe bis zur Mühle transportiert.
Extraktion & Filterung
Dort werden die Äpfel zu Maische verarbeitet. Die Maische wird anschließend in die Siebbandpresse geleitet. Der entstehende Saft (Ausbeute: 65-70%) wird durch einen Grobfilter geleitet, der grobe Stücke herausfiltert und wieder in die Siebbandpresse zur wiederholten Pressung leitet. Der grob gefilterte Saft wird dann über einen Edelstahltank in den Separator geleitet, der die noch vorhandenen Apfelstücke vom Saft separiert.
Plattenwärmetauscher & Sterile Lagerung
Über einen weiteren Edelstahltank wird der Saft dann in den Plattenwärmetauscher geleitet, der den Saft mit Dampf/Heisswasser für 20 Sekunden auf 85°C erhitzt. Danach wird der Saft auf 10-15°C heruntergekühlt und in einem der 58 Steriltanks bis zur Abfüllung gelagert.
Details
# Arbeiter: 1-2
Zeitrahmen: Tag 2-15
Maschinen / Werkzeuge: Apfeltiefsilo, Auffangwanne, Dosierhaspel, Elevator, Edelstahltanks, Grobilfter, Mühle, Plattenwärmetauscher, Schredder, Siebbandpresse, Wasserpumpe
Materialeinsatz: Gas (Maschinen & Anlagen), Mostäpfel, Kisten, Strom (Maschinen und Anlagen), Wasser
Standorte: Produktionsstandort 1 – Mosterei Aurich, Aurich
Abfall: Apfeltrester
Die Äpfel werden bei der Ankunft der LKW direkt in das Apfeltiefsilo der Mosterei in Aurich geladen.
Die Äpfel werden aus dem Apfeltiefsilo mit Wasser zum zweiten Wasserkreislauf transportiert. Auf dem Weg werden noch übrig gebliebene Äste, Blätter und kleine Apfelstücke aussortiert. Das Wasser wird dann wieder in das Apfeltiefsilo geleitet (Wasserkreislauf 1). Mit dem zweiten Wasserkreislauf werden die Äpfel zum Elevator befördert.
In dem Elevator werden weiche Stellen abgeschabt und die Äpfel zum Schredder befördert. Dort werden die Äpfel zu Apfelbrei verarbeitet.
Der Apfelbrei wird in die Siebbandpresse mit 11 Walzen geleitet. Der entstehende Saft wird dann in einer Wanne aufgefangen.
Mit Hilfe des Grobfilters werden grobe Apfelstücke gefiltert und über einen Edelstahltank zum Separator geleitet. Die groben Apfelstücke werden wieder der Siebbandpresse hinzugefügt.
Im Separator werden die noch übrig gebliebenen Apfelstücke vom Saft separiert. Der Saft wird dann über einen weiteren Edelstahltank in den Plattenerhitzer geleitet.
Der Saft wird hier für 20 Sekunden auf 85°C erhitzt und anschließend auf 10-15°C heruntergekühlt. Der Plattenerhitzer kann etwa 10.000 l Saft pro Stunde auf 85°C erhitzen.
Bevor der Saft in einen der 58 Steriltanks (insgesamt 2,1 Mio. l Volumen) gepumpt wird, wird der Tank von innen mit Dampf (120°C) für 30 Minuten sterilisiert. Im Steriltank wird der Saft dann bis zur Abfüllung gelagert.
Step 4: Abfüllung & Transport
Abfüllung
1-3 Tage nach der Extraktion, wird der Apfelsaft in die 0,7 l Flaschen von Leev gefüllt. Dabei handelt es sich um VdF-Pfandflaschen - einem genormten Pfandsystem der deutschen Fruchtsaft-Industrie. Die Flaschen werden vor der Befüllung in der Waschanlage gereinigt und im Anschluss an die Befüllung maschinell etikettiert. Die Etiketten werden in einer lokalen Druckerei produziert. Die Flaschen werden dann wieder in die gesäuberten Kisten gepackt, die Kisten auf Paletten geladen und bis zum Transport zum Lager von Leev in Hamburg eingelagert.
Transport
Auf Abruf werden die Flaschen von der Mosterei in Aurich zu dem Lager von Leev in Hamburg transportiert.
Details
# Arbeiter: 5-7
Zeitrahmen: 3-17
Maschinen / Werkzeuge:
Materialeinsatz: Strom (Maschinen und Anlagen), Wasser
Standorte: Produktionsstandort 1 – Mosterei Aurich, Aurich
Abfall: Beschädigte Etikette & Flaschen
Die Flaschen werden in Kisten (entweder manuell oder maschinell) auf das Förderband der Produktionslinie geladen.
Die Flaschen werden maschinell aus den Kisten genommen.
Nachdem die Flaschen aus den Kisten entnommen wurden, werden die Kisten maschinell gedreht und mit Wasser angefeuchtet. Anschließend werden die Kisten zurückgedreht und mit 30°C warmem Wasser gewaschen.
Die Flaschen werden maschinell auf Größe und Volumen geprüft. Flaschen, die nicht zur der aktuellen Produktion passen, werden aussortiert. In der nächsten Maschine der Produktionslinie werden die Deckel abgeschraubt.
Anschließend werden die Flaschen in die Waschanlage befördert. Dort werden die Flaschen zunächst entleert und auf 50°C erwärmt. Dann werden die Flaschen bei 85°C für 15 Minuten in Lauge (1,5%) gebadet. Nach dem Laugebad werden die Flaschen in 5 verschiedenen Zonen der Waschanlage mit heißem Wasser (65-70°C) ausgespritzt.
Nach der Waschanlage werden die Flaschen auf dem Förderband von einem Mitarbeiter optisch kontrolliert.
Die nächste Maschine der Produktionslinie überprüft die Flaschen auf Glasbruch und Fremdkörper.
Die Flaschen werden per Vakuumfüller mit Apfelsaft befüllt.
Dann werden die Flaschen mit dem Anrollverschließer verschlossen.
Nachdem die Flaschen verschlossen wurden, werden sie in den Rückkhüler befördert. Hier werden die Flaschen auf 20-25°C gekühlt. Die zurückgewonnene Wärmeenergie wird genutzt, um die anderen Maschinen der Produktionslinie zu betreiben.
In dem Etikettiermodul der Produktionslinie wird dann das Etikett (inkl. MHD und Chargennr.) mit veganem Leim an die Flaschen angebracht.
Mit einem Infrarotsensor wird die Füllhöhe der Flaschen kontrolliert.
An der nächsten Station werden die Flaschen wieder in die gesäuberten Kisten gepackt. Die Kisten werden auf Paletten geladen und dann bis zum Transport zu Leev nach Hamburg eingelagert.
Step 5: Lagerung & Vertrieb
Lagerung
Leev lagert einen Teil von seinem Apfelsaft in Hamburg und hat dort etwa 50 Palettenstellplätze zur Verfügung.
Vertrieb
Leev verkauft seine sortenreinen Apfelsäfte an den Lebensmitteleinzelhandel, an Gastronomen und teilweise direkt an Endkonsumenten.
Details
# Arbeiter: 1
Zeitrahmen: 3-17
Maschinen / Werkzeuge: Gabelstapler, Transportfahrzeug
Materialeinsatz: Strom (Maschinen und Anlagen), Wasser
Standorte: Produktionsstandort 4 – Leev, Hamburg


